Aktuelles
17. Februar 2026
"Remembering Margot Frank"
Gestern wäre Margot Frank 100 Jahre alt geworden. Caroline von dem Instagram-Konto @margot.frank hat es sich zur persönlichen Aufgabe gemacht, dies zu würdigen. Sie hat Menschen auf der ganzen Welt darum gebeten, ihre Bewunderung für Margot in Worte zu fassen. Das Ergebnis ist dieses wunderschöne Video, das ich unbedingt teilen möchte. Dass ich ein Teil davon sein durfte, ehrt mich sehr. Zudem zeigt es nicht nur die Sinnlosigkeit ihres Todes, sondern dass auch Margot Menschen für sich begeistern kann und auch noch nach ihrem unnötigen Tod inspiriert – nicht nur ihre Schwester.
Link zum Video hier
Margot Frank 1942 Quelle
16. Februar 2026
Erinnerung an Margot Frank
Heute gedenken wir Margot Frank. Sie wäre an diesem Tag 100 Jahre alt geworden. Leider wird sie oft vergessen, nur im Nebensatz ihrer Schwester genannt, weil sie kein Tagebuch hinterlassen hat, das wir heute lesen können.
Ich persönlich habe mich zwei Jahre intensiv mit Margot Frank auseinander gesetzt und ihr Leben fiktiv aufgearbeitet (Resultat ist mein Roman „Im Schatten ihrer Schwester“). Mein Antrieb war, Margot ihre Identität und Stimme zurück zu geben, die die Nationalsozialisten ihr stahlen. „Du vermisst hier schon genug von dem, was für viele andere so selbstverständlich ist“, schrieb Margot 1944 fürsorglich an ihre kleine Schwester, als sie sich vor der Deportation ins Konzentrationslager in Amsterdam versteckten. Bescheiden sparte sie aus, dass sie selbst Opfer war. Dabei hatte auch Margot nie die Chance, ein sorgenfreies LANGES Leben zu führen. Und sie durfte nur 19 Jahre alt werden, bevor ein unmenschlicher Hass sie tötete.
עליה השלום (Aleha hashalom) - Friede sei auf ihr
Charles Darwin Quelle: pixabay
8. Februar 2026
Namen machen Leute – Nomen est omen
Vor einigen Monaten stieß ich aus beruflichen Gründen auf Schillers „Intrige und Liebe“. Die Figur des Sekretärs Wurm tauchte darin auf. Nachdem er mehrmals erwähnt wurde, fragte ich mich: Warum heißt dieser Mann eigentlich Wurm? Das brachte mich auch dazu, über meinen eigenen Prozess der Namensgebung für Figuren nachzudenken, den ich gerne kurz erläutern möchte.
Bisher habe ich zwei Romane geschrieben, und in beiden brauchte ich Namen (wobei ich in meinem historischen Roman weniger benötigte). Momentan bin ich mit einem umfangreichen Romanprojekt, das fast ausschließlich fiktional ist, sehr beschäftigt, weshalb ich eine ganze Menge Namen brauche. Das ist gar nicht so einfach, wie es scheint, denn ich kann nicht einfach wahllos einen Namen wählen. Sobald ich eine starke Assoziation mit einem Namen verbinde, kann ich ihn nicht mehr verwenden. Das betrifft Familienmitglieder mit demselben Namen, aber auch Kollegen, Freunde oder Bekannte. Eine Ausnahme bilden drei Figuren in meinem Roman „Im Schatten ihrer Schwester“, die nach realen Personen benannt wurden, als Hommage an drei besondere Mädchen; dies ist jedoch nicht die Regel.
Ansonsten muss ich mir die Namen ausdenken und absolviere Gedankenakrobatik. Eine Figur, die sich für Biologie interessiert oder ähnliche Merkmale wie auf dem Bild hat, also zum Beispiel den Bart und die Glatze, könnte Karl heißen. Warum? Weil es sich dabei um den Evolutionstheoretiker Charles Darwin handelt und das deutsche Äquivalent von Charles ist „Karl“. Beim Nachnamen experimentiere ich mit veränderten Vokalen oder Silben. Darwin könnte zu „Wondin“ werden. Oder, wenn möglich, schreibe ich den Nachnamen rückwärts und verändere seinen Klang leicht. Niwrad könnte zu „Neurad“ werden.
Es gibt auch Variationen innerhalb des Namens selbst, wenn ich eine Figur basierend auf einer realen Person erschaffe. Bei einem Namen wie Petra Appel assoziiere ich „Appel“ sofort mit Apfel – also erschaffe ich eine Figur, deren Name ebenfalls an Obst erinnert, zum Beispiel „Binne“, vom deutschen Wort für Birne.
In meinem eben erwähnten, erschienenen Roman brauchte ich viele niederländische Namen. In diesem Fall habe ich oft online nach passenden gesucht. Um Namen zu finden, die zur jeweiligen Zeit passen, habe ich eine Liste von Personen konsultiert, die in Amsterdam (oder einer anderen Stadt in den Niederlanden) geboren wurden, und nach Personen gesucht, die im selben Jahrzehnt wie meine Romanfigur geboren wurden. Das habe ich auch für mein aktuelles Romanprojekt gemacht, wobei ich hier zusätzlich die Bedeutung der Namen einiger Hauptfiguren berücksichtigt habe. Eine gewalttätige Figur hat zum Beispiel einen Namen bekommen, der auf Deutsch „Krieger“ bedeutet.
Insgesamt habe ich mir bei der Namenswahl viele Gedanken gemacht. Geht es anderen Autoren genauso? Oder mache ich es mir einfach zu kompliziert?
1. Februar 2026
Nur Mut!
Mitte der Woche war ich als Autorin unterwegs. Das passiert selten, denn im Grunde ist meine schriftstellerische Arbeit eine, die hinter geschlossenen Türen stattfindet. Noch ungewöhnlicher war, dass ich etwas tat, was mich als Gesicht meiner Bücher in den öffentlichen Raum stellt: Ich traf mich mit der Vorsitzenden eines Kulturvereins in Düsseldorf über eine mögliche Lesung.
Ich sehe diesen Aspekt sehr ambivalent.
Einerseits mag ich Aufmerksamkeit nicht. Selbst Glückwünsche zu unterschiedlichen Anlässen finde ich unangenehm. Und nun soll ich mich selbst ins Zentrum einer Veranstaltung setzen – dazu noch vor Fremden. Wie schrecklich!
Andererseits habe ich selbst das Gespräch und die damit verbundene Lesung angeregt. Masochismus ist es nicht. Vielmehr sollte ich dies tun, um meinem Wunsch der Anerkennung als Autorin nachzukommen. Und nachdem ich fast zwei Jahre an meinem Werk, um das es bei der Lesung gehen soll, gearbeitet habe, sollte ich auch versuchen, es bekannter zu machen. Ansonsten hätte ich es nicht veröffentlichen brauchen.
Ich musste Mut aufbringen, um diesen ersten Schritt zu wagen. Obgleich es eine neunzigprozentige Zugabe gab, muss ich noch etwas warten, bis sie mir komplett bestätigt wird. Die Lesung wird dann erst im April sein (und dann werde ich natürlich hier berichten, wann und wo sowie im Anschluss meine Reflexion) Doch selbst wenn es nicht dazu kommen wird, bin ich glücklich: Ein Kulturverein gibt mir eine faire Chance UND ich wagte einen Versuch.
Und das ist mehr als nichts.
27.Januar 2026
Dies ist ein Foto, das ich 2023 schoss. Auf Anhieb ist es nicht mehr als ein paar Hügel – allerdings täuscht der Eindruck. Es sind Massengräber in Bergen-Belsen. In diesen wurden Hunderte jüdische Leichen begraben, die aufgrund von Hass und Vorurteilen starben. Die 19jährige Margot Frank und ihre Schwester waren nur zwei von ihnen.
Dies ist mein Beitrag zum heutigen Tag zum Gedenken der Opfer des Holocaust. Dies ist mein Post gegen das Vergessen.
Jules Verne Statue in Nantes, Frankreich, Quelle: pixabay
18. Januar 2026
Ein Gedanke wert!
Gestern hörte ich einen Podcast über den Schriftsteller Jules Verne. Ich muss zugeben, von ihm bisher kein einziges Buch gelesen zu haben - Ich hörte den Podcast eher aus Interesse an seiner Biografie. Es gab so einige interessante Fakten um den Autoren, wie beispielsweise seine sehr umfangreiche, wissenschaftliche Recherche, die seinen Büchern zugrunde liegt.
Der wesentliche Aspekt, der mich zum Schreiben dieser Zeilen führte, war jedoch ein einzelnes Zitat, das im Podcast genannt wurde: „Oft trage ich eine Idee jahrelang im Kopf mit mir herum, bevor ich die Gelegenheit finde, sie zu Papier zu bringen und auszuarbeiten...“ Es stammt aus einem der wenige Interviews, die mit Jules Verne geführt wurden. Obgleich ich weder so umfangreich noch so erfolgreich wie er schreibe, konnte ich mich hier mit dem Autoren identifizieren. Viele Themen, die ich in meinen Werken anspreche, sind jahrelang gereift. Ein Grund dafür wird vermutlich sein, dass ich zwischen meinem 12 und 25. Lebensjahr nicht geschrieben habe und deshalb viel für mich behalten habe. Ein anderer ist, dass ich sehr viel grüble und in Gedanken bin: während langen Fahrten mit ÖPNV, zur Arbeit, nachts oder auch Spaziergängen. Themen gibt es viel: mal sind es Ereignisse, die mir passiert sind, eigenes oder fremdes Verhalten, das ich hinterfrage, ein Buch, Film, Lied, das mich emotional ergriff, etc. Es passierte schon einige Male, dass jemand mich ansprach, weil er mich am Tag zuvor unterwegs gesehen und gegrüßt habe, ich jedoch nicht reagiert hatte.
Nun ja, vermutlich, weil ich in Gedanken war...der vielleicht Teil einer meiner Geschichten wird.
Link zum Podcast: hier
Link zum Interview (ich habe es aus Interesse herausgesucht): hier
Kafka-Monument in Prag Quelle: pixabay
11. Januar 2026
Aller Anfang ist schwer
Vor einiger Zeit hatte ich einen Artikel im „Spiegel“ gelesen, in dem es um die Brillanz vom Romanbeginn Franz Kafkas „Das Urteil“ ging. In diesem wurden einige Beispiele genannt, wie beispielsweise durch den Tausch von „war“ und „wurde“ ein anderer Ausgangspunkt geschaffen wurde und den Leser neugierig macht. Ich fand den Artikel sehr interessant - wie man sich denken kann, denn schließlich berichte ich von ihm. Der wesentliche Grund dafür ist, weil von der Bedeutung der ersten Seiten gesprochen wurde. Diese sind wichtig: Zum einen geben sie den ersten Eindruck auf das Thema des Buchs; zudem könnten sie zum Kauf animieren, wenn diese noch in der Buchhandlung gelesen werden; und schließlich sollen sie den Leser fesseln, damit er/sie den Rest des Buchs lesen mag. Neben dem Klappentext gehören diese ersten Seiten wahrlich zu den wichtigsten der gesamten Geschichte.
Stets im Zweifel, ob ich mich Autorin nennen darf, fand ich mich im Artikel wider. Ohne zuvor das Wissen gehabt zu haben, fiel mir in der Praxis auf, wie wichtig mir der richtige Anfang war (und mittlerweile ist). Insgesamt überarbeitete ich diesen bisher am häufigsten und schrieb an diesem am längsten. Jedes einzelne Wort lag ich auf die Goldwaage, ob es passend ist. Kein Wort durfte zu viel sein, kein Wort zu wenig. Die Sätze mussten prägnant sein.
Ich kann mich erinnern, wie oft bei meinem Roman „Gemeinsam allein“ die ersten Absätze umgeschrieben und angepasst hatte. Stundenlang. Und immer wieder las ich ihn: erst nur den Satz, dann den Absatz und schließlich den gesamten Anfang. Es machte mich kirre. Bei meinem historischen Roman „Im Schatten meiner Schwester“ war es ähnlich. Hier überarbeitete ich oft, um Wortwiederholungen zu vermeiden sowie das Geheimnis um die Bekannte der Ich–Erzählerin nicht zu lüften, allerdings ohne dass der Lesefluss zu stören. Ich glaube dennoch, dass ich für den zweiten Romananfang weniger Zeit benötigte, weil ich etwas Übung hatte.
Trotzdem habe ich keinen Zweifel, dass ich bei meinem nächsten Roman wieder an meinem Anfang sehr lange arbeiten werde, bis er für mich perfekt ist. Am Ende wird er sich auszahlen.
Link zum o.g. Artikel:
Schöner schreiben: Der berühmteste erste Satz der Welt – und wie Franz Kafka ihn verbesserte - DER SPIEGEL
31. Dezember 2025/ 1. Januar 2026
Frohes, neues Jahr!
Ich versuche, gute Vorsätze zu vermeiden, denn die Zukunft ist ungewiss. Es können Dinge passieren, die ich nicht erwartet habe und deshalb die Umsetzung dieser Vorsätze erschweren bis unmöglich machen. Aus diesem Grund ist für mich der Jahreswechsel stets ein Rückblick auf das vergangene Jahr: Was habe ich erreicht? Wie war mein Leben? Bin ich zufrieden mit dem, wie es momentan läuft oder muss sich etwas ändern?
2025 war für mich aus kreativer Sicht ein großartiges Jahr. Nach fast zwei Jahren Arbeit habe ich es geschafft, mein Buch über Margot Frank zu veröffentlichen. Zudem konnte ich mein einzigartiges und von mir geliebtes Fachbuch über Insekten und Spinnen in einer neuen Auflage erweitern.
2026 wird hoffentlich ebenfalls so erfolgreich sein. Das muss nicht eine Veröffentlichung sein - mir läge schon viel daran, dass ich regelmäßig an meinen Buchprojekten arbeite, da zwischendurch der Alltag zu viel Kraft erfordert. Obgleich KI auch den Buchmarkt beeinflusst, bin ich daran interessiert, weiter zu schreiben - für mich und für jeden, der mir zuhören und meine Geschichten lesen mag.
Auf ein schönes Jahr 2026!
24. Dezember 2025
Frohe Feiertage!
Ich wünsche allen ein schönes Weihnachtsfest und wünsche allen, die bis zum 22. Dezember Chanukka gefeiert haben, dass sie eine schöne und besinnliche Zeit hatten (trotz der entsetzlichen Nachrichten aus Australien).
Dem Anlass entsprechend möchte ich einen Auszug aus meinem Roman "Im Schatten ihrer Schwester. Die Geschichte von Margot, Anne Franks Schwester" teilen. Explizit ist es ein Eintrag aus Margots Tagebuch:
Mittwoch, 6. Dezember 1939
Heute war der erste Tag von Chanukka. Viele waren in der Synagoge. Einschließlich Dries. Es war eine Freude, ihn zu sehen, und wir hatten sogar die Möglichkeit, ungestört miteinander zu reden.
„Chanukka ist vermutlich mein liebstes Fest“, erzählte er.
„Vermutlich wegen der Geschenke“, nahm ich an.
„Nein. Was denkst du von mir? Es ist natürlich die Geschichte vom Kampf um Jerusalem, den wir Juden gewonnen haben. Ein Mal waren wir nicht die Opfer, sondern die Sieger.“ Überrascht sah ich zu ihm. Das hatte ich nicht erwartet. Ihn amüsierte scheinbar mein Blick, sodass er etwas schelmisch wurde und meinte:
„Aber die Geschenke sind natürlich ebenso schön.“
„Habt ihr denn Chanukka zuhause gefeiert? Du erzähltest, dass deine Familie nicht besonders religiös ist.“
Er bestätigte es. „Sehr aufmerksam, wie immer. Deshalb mag ich dich, Margot.“
Das Kompliment kam unerwartet. Zum Glück schien ihm nicht aufzufallen, wie unangenehm es mir war, und sprach weiter:
„Nicht bei uns zu Hause. Da haben wir meist eine Mischung
aus Weihnachten und Chanukka gefeiert, bis die Nationalsozialisten uns zu Juden machten und meine Mutter keine deutschen Bräuche mehr pflegen wollte. Bei meinen Großeltern war es anders. Jedes Jahr zu Chanukka gingen wir zu ihnen. Mein Großvater erzählte mir in der Zeit alle Geschichten aus der Tora...(S.135f)
21. Dezember 2025
Ungenutztes Material – Jüdische Identität (Teil 6)
Obgleich mein historischer Roman „Im Schatten ihrer Schwester. Die Geschichte von Margot, Anne Franks Schwester“ relativ umfangreich ist, gibt es eine Reihe von Aspekten, die schlussendlich nicht Teil meiner Geschichte wurden. Einen Teil von diesen möchte ich in einer kleinen Serie hier auf meiner Website beleuchten.
Margot Frank war Jüdin, aber ich wollte ihre Identität nicht darauf beschränken. Im Glauben kam sie sehr nach ihrer Mutter Edith und deren Familie folgte. Ebenso besuchte sie regelmäßig den jüdischen Religionsunterricht und die Synagoge sowie fastete beispielsweise zum Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag. Aus diesem Grund war es ein wichtiger Aspekt, den ich in meinem Roman einbringen wollte; der Fokus sollte es jedoch nicht sein - ich wollte sie nicht als strenggläubig beschreiben.
Jüdische Ethik ist ebenso ein Teil davon. Ich fand sie interessant, aber konnte sie nur unzureichend einbauen. Ein Beispiel ist Tikkun Olam. Dies bezeichnet die Aufgabe eines Juden/ einer Jüdin, sich für den Schutz der Welt einzusetzen und sie zu bewahren. Dies kann den Tierschutz beinhalten, aber auch Umweltschutz und globale Gerechtigkeit. Ein weiterer Aspekt ist die Vorstellung, dass Gott aufgrund der Taten von 36 anonymen Gerechten die Welt nicht untergehen lässt. Am interessantesten fand ich allerdings die Frage nach dem Tod. Während im Christentum das Leben nach dem Tod eine wichtige Rolle spielt, ist im Judentum der Fokus stärker auf das Diesseits.
Ebenso gehörte die jüdische Geschichte zu den wenig genutzten Aspekten im Roman. Nach jüdischer Zeitrechnung gibt es das Judentum seit über 5000 Jahren und so vielfältig ist auch ihre Geschichte. Themen wie antike Pogrome, mittelalterliche Ausgrenzung bis zur neuzeitlichen Gleichstellung hätte ich gerne eingebaut, fand jedoch nicht den richtigen Rahmen.
Stattdessen riss ich all das nur an. Ich wollte nämlich mehr über ein jüdisches Mädchen und ihre Beziehungen, die sich außerhalb von den Beschreibungen von ihrer Schwester befanden, schreiben. Dennoch möchte ich hier darauf hinweisen und empfehlen, sich über jüdische Themen weiter zu informieren.
Otto Frank und die Helfer 1945: Miep Gies, Jo Kleiman, Otto Frank, Victor Kugler, Bep Voskijl (v.l.)
14. Dezember 2025
Ungenutztes Material – Biografien und biografische Fakten (Teil 5)
Obgleich mein historischer Roman „Im Schatten ihrer Schwester. Die Geschichte von Margot, Anne Franks Schwester“ relativ umfangreich ist, gibt es eine Reihe von Aspekten, die schlussendlich nicht Teil meiner Geschichte wurden. Einen Teil von diesen möchte ich in einer kleinen Serie hier auf meiner Website beleuchten.
Ursprünglich als Biografie gedacht, wollte ich möglichst alle biografischen Fakten über Margot Frank einbringen. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass es nicht möglich war, weil man beim Schreiben eines Romans einen Fokus verfolgt. So wären aus meiner Sicht ihre häufigen Schulwechsel in den Jahren 1932 und 1933 interessant gewesen, in der sogar kurzzeitig eine jüdische Grundschule besuchte. Ebenfalls war es zwischen 1926, Margots Geburtsjahr, und ihren Umzug in die Niederlande in den letzten Wochen 1933 im deutschen Reich politisch turbulent gewesen, dessen persönliche Sicht zwar interessant, aber in Form meines gewählten Romans nicht umsetzbar war.
Weiterhin gehörten Personen Verwandte und Bekannte, einschließlich der späteren Helfer und Untergetauchten in der Zeit des Verstecks, zu den ungenutzten Details meines Romans. Interessant wären beispielsweise die Geschichten von Mutter Edith Frank-Holländer oder Margots Cousin Stephan Frank, der etwa vier Jahre älter war und in der Schweiz lebte. Auguste van Pels, die im Tagebuch der Anne Frank häufig kritisiert wurde, hätte eine Gegendarstellung verdient gehabt. An Helfer interessierten mich Victor Kugler und Jo Kleiman, die dagegen im Tagebuch nicht sehr facettenreich dargestellt sind. Neben dem oben bereits genannten Grund, dass sie nicht in den Romanplot passten (zudem schreibe ich aus der Sicht der jugendlichen Margot, die sich wohl wenig mit den Mitarbeitern in ihres Vaters Firma beschäftigen würde), fehlten bei den genannten Personen teilweise auch Quellen wie Interviews oder persönliche Aufzeichnungen. Stephan überlebte zum Beispiel wie sein Bruder den Holocaust in der sicheren Schweiz, aber über ihn sind kaum mehr als die Lebensdaten vorhanden. Edith Frank schien vom Charakter wie ihre erstgeborene Tochter gewesen zu sein (stets im Hintergrund, unauffällig), und wurde mit 44 in Schwitz getötet. Von den Helfern sprach nur die Sekretärin Miep Gies über die Zeit, vor allem, weil sie ein stolzes Alter von 100 Jahren erreichte.
Obgleich ich mich in meinem Werk beschränkte, kann ich allerdings nur jedem Interessierten dazu raten, sich in der Datebase der Anne Frank Stiftung umzusehen. Sie ist sehr umfangreich und man erfährt so viele Fakten von Weggefährten, selbst wenn diese nur kurz den Lebensweg der Familie Frank kreuzten.
Anne Franks Stiching: hier
7. Dezember 2025
Ungenutztes Material – Transgenerationales Trauma (Teil 4)
Obgleich mein historischer Roman „Im Schatten ihrer Schwester. Die Geschichte von Margot, Anne Franks Schwester“ relativ umfangreich ist, gibt es eine Reihe von Aspekten, die schlussendlich nicht Teil meiner Geschichte wurden. Einen Teil von diesen möchte ich in einer kleinen Serie hier auf meiner Website beleuchten.
Vor etlichen Jahren sah ich eine Dokumentation über verschiedene Generationen einer jüdischen Familie und deren Umgang mit den eigenen Erlebnissen des Holocaust. Einer der Szenen hat sich mir eingeprägt: eine junge Frau, die weinend vor ihrer Mutter saß, weil sie sich nicht emotional versorgt fühlte. In ihrer Kindheit habe die Mutter ihre psychische Schwächen negiert. Nicht einmal „Ich liebe dich“ habe sie je aus dem Mund ihrer Mutter gehört. Die Mutter, stoisch bei dem Gefühlsausbruch, reagierte nur mit einem „Ich wollte dich nur stark machen, damit du überlebst, falls sich so etwas wie der Holocaust wiederholt.“ (Dies ist sehr stark paraphrasiert, da die Dokumentation vor langer Zeit sah.) Im Zuge der Recherche und Arbeit an meinem Roman musste ich feststellen, dass es nicht so ungewöhnlich für eine moderne Familie mit Holocaust-Überlebenden ist. Fachlich nennt man es transgenerationales Trauma. Es ist die Wiedergabe eines traumatischen Erlebnisses an die Nachfolgegeneration. Dies kann sich in psychischen und physischen Symptomen zeigen. Das Kind, das beispielsweise nie Gewalt des Holocausts erlebt hat, zeigt dennoch Anzeichen eines Traumas. Als ich zum ersten Mal davon las, fand ich es sofort interessant.
Falls Sie meinen Roman gelesen haben, werden Sie wissen, dass ich es ansatzweise aufgreife. Allerdings ist es nur sehr kurz oder oberflächlich behandelt und nicht einmal namentlich benannt. Dennoch ist es eine umfangreiche Forschung, die ich in seiner Gänze hier nicht darlegen kann. Deshalb wollte ich es hier nur erwähnt, dass das individuelle Erlebnis in meinem Roman keines ist.
Bilder: Frank-Schwester, Auschwitz
23. November 2025
Ungenutztes Material – Zeit im KZ (Teil 3)
Obgleich mein historischer Roman „Im Schatten ihrer Schwester. Die Geschichte von Margot, Anne Franks Schwester“ relativ umfangreich ist, gibt es eine Reihe von Aspekten, die schlussendlich nicht Teil meiner Geschichte wurden. Einen Teil von diesen möchte ich in einer kleinen Serie hier auf meiner Website beleuchten.
2001 erschien der zweiteiliger Film „Anne Franks“, der sich stark an der Biografie von Melissa Müller orientierte. Aus meiner Sicht besonders machte es die sehr detailreiche Geschichte von Annes Zeit nach dem Verrat ihres Verstecks. Schonungslos wurde ihr grausames Schicksal hinter Stacheldraht im Durchgangslager Westerbork, im Vernichtungslager Auschwitz, im Konzentrationslager Bergen Belsen und ihren unnötiger Tod gezeigt. Als ich mein Roman über Margot schrieb, hätte ich diese Aspekte gerne eingefügt, allerdings fand ich für diese kein Konzept (zusammen mit dem Rest an Fakten/Ereignisse, die ich einbauen wollte).
Zugegeben gab es auch nicht viel, was man an Margots Leben in ihren letzten sieben Monaten erfahren kann. Vielfach ist diese Zeit nur mit dem Blick von Annes Schicksal beleuchtet. Das Zitat von Otto Frank, der sich sein Leben lang an Margots Augen bei der Trennung in Auschwitz erinnern würde, erstaunte mich. Vater Frank hatte sich im Durchgangslager Westerbork für eine bessere Arbeit (sofern man es bei Zwangsarbeit so nennen mag) für seine jüngste Tochter stark gemacht, obgleich Margot ebenfalls eine schwache, körperliche Gesundheit hatte. Hat er die jüngere der älteren vorgezogen, weil seine Beziehung zur ersteren besser war? Es gibt kein Zeugnis diesbezüglich – zu seiner Verteidigung wurde er vermutlich jedoch nie danach gefragt. Bei so vielen Zeitzeugen lag der Fokus auf Anne, weil sie posthum so berühmt wurde. Selbst Mutter Edith bekam mehr Aufmerksamkeit als aufopferungsvolle Mutter. Dies war vor allem in Auschwitz beschrieben. In Bergen Belsen waren die Schwestern Frank vor allem zu zweit unterwegs und unterstützten sich, sodass hier die Individualität beider verloren ging. Da Anne später überraschend noch Freundin Hannah sprechen konnte, überlegte ich, ob Margot die Möglichkeit hatte, bekannte Gesichter gesehen oder gesprochen zu haben. Wie im ersten Teil dieser kleinen Serie habe ich schon von ihrem Rabbi Mehler gesprochen, der in Bergen Belsen zur gleichen Zeit war. Margot war eine religiöse, junge Frau, sodass es interessant gewesen wäre, aber hier fehlen vermutlich die Zeitzeugen, ob sie tatsächlich aufeinander trafen (Mehler selbst starb ebenfalls in Bergen Belsen).
Wir wissen nicht das genaue Todesdatum der Frank-Schwestern. Wir wissen nur, dass Margot vor ihrer Schwester starb, kurz nachdem sie entkräftet und krank aus ihrer Baracke gefallen war. Und das allein reicht als Mahnung, Hass nicht nochmals gewinnen zu lassen.
Bild von Pixabay
16. November 2025
Ungenutztes Material – Parallelen zum Krieg (Teil 2)
Obgleich mein historischer Roman „Im Schatten ihrer Schwester. Die Geschichte von Margot, Anne Franks Schwester“ relativ umfangreich ist, gibt es eine Reihe von Aspekten, die schlussendlich nicht Teil meiner Geschichte wurden. Einen Teil von diesen möchte ich in einer kleinen Serie hier auf meiner Website beleuchten.
Aufgrund meiner Arbeit an Schulen traf ich ab Mitte 2022 auch auf ukrainische Jugendliche, die mit ihren Familien vor dem Krieg in ihrer Heimat nach Deutschland geflohen waren. Als ich kurz darauf über die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs aus der Sicht der jugendlichen Margot Frank schrieb, kam mir der Vergleich mit diesen ukrainischen Kindern in den Sinn. Ich dachte daran, welche Wirkung es auf sie haben muss, die schrecklichen Ereignisse in der Heimat aus der Ferne zu beobachten: ein Anschlag auf die Stadt, in der man vor Kurzem noch zur Schule gegangen ist; ein Angriff auf die Orte, in denen Freunde verblieben sind, weil sie nicht fliehen konnten; tote Soldaten, zu denen die eigenen Verwandten gehören. Emotional muss es schrecklich sein, besonders für Kinder. An sie dachte ich, während ich aus Margots Sicht die Ereignisse bis Mai 1940 beschrieb. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie nämlich ebenfalls in Amsterdam nur Zuschauerin eines Kriegs in ihrer deutschen Heimat.
Durch diese Überlegungen schien es mir nicht abwegig, hier Parallelen zur Gegenwart aufzuzeigen. Am Ende nahm ich diesen Aspekt jedoch nicht auf – nicht aus Desinteresse, sondern weil er nicht mehr in das Gesamtkonzept meines Romans gepasst hätte.
Bild von Pixabay
9. November 2025
Ungenutztes Material – Ludwig Mehler (Teil 1)
Obgleich mein historischer Roman „Im Schatten ihrer Schwester. Die Geschichte von Margot, Anne Franks Schwester“ relativ umfangreich ist, gibt es eine Reihe von Aspekten, die schlussendlich nicht Teil meiner Geschichte wurden. Einen Teil von diesen möchte ich in einer kleinen Serie hier auf meiner Website beleuchten.
Eine Person, die in meinen Roman weit weniger Aufmerksamkeit bekommen hat als sie verdient, ist Ludwig Mehler. Er war Rabbiner in der liberal-jüdischen Gemeinde vom Amsterdam, der auch die Franks angehörten.
Ludwig Jakob Mehler wurde 1907 geboren. Er war der erstgeborene Kind von Frieda Mehler, einer Dichterin und Kinderbuchautorin. Zusammen mit einer jüngeren Schwester wuchs er in ärmlichen Verhältnissen in Berlin auf. In den späten 1920er Jahren emigrierte Mehler für einige Jahre in die USA und wohnte bei einer Tante. Neben der Arbeit in einer Fabrik studierte er dort. 1928 kam er zurück nach Berlin und setzte sein Studium fort. Von 1930 bis 1933 war er Rabbiner-Kandidat in Berlin und hielt Gottesdienste.
Eine Überschneidung mit meiner Protagonistin entwickelte sich in diesen Jahren: Ende 1933 zog es ihn ins Westend von Frankfurt/Main, just in dem Moment, in dem die Franks mit ihrer Tochter Margot die Übersiedlung in die Niederlande vorbereiteten. Interessanterweise war Mehler kurz danach, ab Mai 1934, auch in Amsterdam gemeldet, wo sich die Franks ab Ende 1933/Anfang 1934 niedergelassen hatten. Die erste offizielle Überschneidung von ihm und den Franks kam 1937 bei der Einweihung der Amsterdamer Synagoge, dessen Gründungsmitglied Otto Frank, Margots Vater, war. Persönlich lernte die Frank-Tochter Mehler in den Jahren kennen, weil sie zu dessen Religionsunterricht regelmäßig ging. Vermutlich war es eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung, da Mehler Zionist war und sich Margot 1940 einer zionistischen Jugendgruppe anschloss.
Derweil wuchs Mehlers Familie in Amsterdam: Seine Mutter und seine Schwiegermutter zogen zu ihm und seine Frau sowie wurde er 1935 und 1938 Vater. Ab 1940 wurde ihr Leben allerdings schwierig, denn die Niederlande wurde von Hitlers Wehrmacht überfallen und besetzt. Ihre Deportation der Familie kam 1943: im Juni beide Großmütter und nur unwesentliche Zeit später Mehler mit Frau und den kleinen Kindern. Erst ging es für alle nach Westerbork, einen Durchgangslager im Norden der Niederlande. Von dort wurden Mehlers Mutter und Schwiegermutter im Juli 1943 ins Vernichtungslager nach Sobibor transportiert und dort ermordet. Der Rest kam im Januar 1944 ins KZ Bergen Belsen. Über ein Jahr überlebten Mehler, seine Frau und seine Kinder die Inhaftierung. Im 10.April 1945, fünf Tage vor der Befreiung des Lagers, sollten sie weiter transportiert werden. Ludwig Mehler hatte jedoch keine Kraft mehr und starb noch in der Nacht.
Ich dachte einige Zeit darüber nach, ob ich sie mehr in meine Geschichte über Margot Frank einbringe. Da die Frank-Tochter sehr religiös war, hielt ich es auch für realistisch. Ihre Lebenswege hatten einige Gemeinsamkeiten. Für einen Moment überlebte ich mir sogar, ob sich Margot vielleicht in den jungen Rabbiner verliebt. Auch Mehlers Mutter, die Autorin von Bücher war, hätte vielleicht zu dem lesefreudigem, wissbegierigen Charakter von Margot gepasst. Am Ende fand ich jedoch keinen Ansatz für mich überzeugend, sodass Ludwig Mehler ein Nebencharakter blieb.
Aufgrund seines Lebens und unnötigen Tod hätte er allerdings eine größere Bühne verdient gehabt.
Screenshot der Nachricht vom Instagram-Konto "Margot Frank" bezüglich meines Buchs
2. November 2025
Jeder einzelne Leser zählt!
Seit ich regelmäßig Bücher schreibe, füge ich diesen immer ein Dank an jeden einzelnen Leser ein. Ich empfinde es als größtes Glück, meine Geschichten öffentlich zu machen. Und mir reicht es zu wissen, dass es die Möglichkeit gibt, einen einzigen anderen Menschen mit einer meiner Bücher zu erreichen.
Aus diesem Grund freue ich mich enorm und bin so stolz, dass mein Buch über Margot Frank eine Leserin gefunden hat - eine Leserin aus den USA! Noch während des Schreibens hatte ich aufgrund ihres Contents auf Instagram mit ihr Kontakt aufgenommen. Sie war begeistert von meinem Buchprojekt und hat es am Ende tatsächlich online gekauft. Da sie nach eigenen Aussagen nur wenig Deutsch kann, übersetzt sie sich momentan jede einzelne Seite meines Buchs (siehe Screenshot). Bei 592 Seiten!
Es hat lange gedauert, mein Buch zu verwirklichen, an manchen Tagen war ich frustriert, aber allein das Wissen, dass mein Buch eine mir vorher unbekannte Person aus den USA erreicht hat, lässt mich jede Herausforderung vergessen. Ich bin glücklich und ihr dankbar.
Mein "Treffen" mit Springsteen in Lissabon 2016
26. Oktober 2025
The Boss!
Als Bruce Springsteen-Fan musste ich selbstverständlich ins Kino und den gerade erschienen Film „Deliver me from nowhere“ sehen (und selbstverständlich auch auf Englisch). Eigentlich nicht ein Thema, das zu meinen kreativen Schreibambitionen gehört – eigentlich! Denn es gibt ein paar wesentliche Aspekte, die dennoch von Bedeutung sind.
Zum einen war es Springsteen und seine Musik, die mich dazu brachte, selbst den Stift in die Hand zu nehmen und zu schreiben (siehe Interview). Im Wesentlichen habe ich mehr als ein Jahrzehnt nicht geschrieben, weil ich mir mangelndes Talent unterstellte. Als ich Springsteen für mich entdeckte, verstand ich, dass es mehr darum geht, seiner Leidenschaft zu folgen statt auf einzigartiges Talent und den grandiosen Bestseller zu hoffen.
Außerdem war der Film emotional und dramatisch, wobei letzteres nicht mit Stunts und dergleichen verwechseln sollte. Das Drama war eine innere, psychische Reise; sie zeigt sich auch in seinen Liedern. Und diesen Aspekt wollte ich nicht nur in meinem ersten Roman „Gemeinsam allein“ beleuchten (für mich ist es nicht eine Liebesgeschichte!), sondern diesen möchte ich ebenso in meinem nächsten Roman einbauen. Es soll um einen einzelnen Mann gehen, der versucht, seinen Weg im Leben zu finden – psychisch, emotional, sozial…
Daneben kann ich den Film einfügen, weil er eine Literaturverfilmung war. Ich selbst habe das Buch jedoch noch nicht gelesen. Da ich Springsteens Leben seit Längerem verfolge, war es dennoch alles authentisch. Jeremy Allen White , der den Sänger verkörperte, hat seine Arbeit gut gemacht – seine Körperhaltung, seine Art zu sprechen überzeugte mich.
Weibliche Gartenkreuzspinne beim Abendspaziergang
22. Oktober 2025
Neuauflage: Alles hat sein Gutes
Aufgrund eines Formfehlers wird mein humoristisches Fachbuch über Insekten und Spinnen neu aufgelegt, Das war so nicht geplant und etwas ärgerlich. Um es jedoch nicht unnütz sein zu lassen, habe ich mich kurzfristig entschlossen, es im Inhalt zu erweitern. Deshalb gibt es vier neue Kapitel „Zombie im Ehebett“, „Walzer oder Flamenco?“, „Ein gemeiner Superheld“ und „Zwei in eins“ sowie sind einige Kapitel „Von Bienchen und Blümchen“, „Unsere Honiglieferanten“ und „Alles hat ein Ende“ um Fakten ergänzt. Insgesamt ist das Buch um 14 Seiten „gewachsen“.
Persönlich hatte ich an der Recherche dafür ebenso viel Freude wie zuvor. Zudem war es mir wichtig, das heutige Datum zur Veröffentlichung zu nutzen, weil es in einem engen, emotionalen Zusammenhang mit der ursprünglichen Inspiration steht. Beides verdrängt so auch die unangenehme Tatsache, dass ich eigentlich an meinem Roman arbeiten sollte. Tja...c‘est la vie!
PS An alle, die dies am 22. Oktober 2025 lesen. Die überarbeitete Version (mit neuer ISBN) erscheint erst morgen im epubli-shop und in den darauf folgenden Tagen bei amazon sowie anderen Online-Händlern.
11. Oktober 2025
Zwiespalt
Ich muss zugeben; Diese Homepage zu erstellen war nicht ganz freiwillig und diese Einträge zu verfassen ist es ebenso wenig. Diese Art der Selbstdarstellung im Internet liegt mir nicht; selbst im Alltag mag ich es nicht, offen für etwas Stellung zu beziehen oder schlicht zu erzählen, dass ich schreibe. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass ich es tun sollte, um meine Werke und mich ins Gespräch zu bringen, sodass mir im besten Falle eine finanzielle Unabhängigkeit mit meinen Büchern gelingt. Es ist gewissermaßen ein Zwiespalt. Von diesem erzählt auch die Autorin Bettina Wilpert in einem Interview, das am 9. Oktober 2025 in der taz erschien. „Autor:innen-Sein ist nicht vergleichbar mit einer Arbeit in der Fabrik, wo man sich jeden Tag sieht ... Als Schriftstellerin muss man sich kontinuierlich vernetzen“, sagt sie und ich kann nur mit dem Kopf nicken. Es ist wahr: Wer nicht bekannt, der nicht verkauft. Besonders für jemanden wie mich, der im Selbstverlag veröffentlicht, ist es immens notwendig, weil das Marketing ausschließlich auf meiner Seite liegt. Ich muss es organisieren, Personen beauftragen und/oder schlicht das Gespräch (online wie offline) auf einer meiner Werke lenken. Ich sollte auf social media regelmäßig posten, dort Beiträge von anderen kommentieren oder liken. Und auch sonst sollte ich Kontakt zu anderen Autoren halten. All das mag ich allerdings nicht. Hauptberuflich vernetze ich mich gerne und schätze die Kommunikation, nebenberuflich möchte ich den Ausgleich der Ruhe. Zudem bin ich aufgefordert, mich darzustellen, wie ich es hauptberuflich schon tue.
Mir ist es zu viel, aber nur so erreiche ich Verkäufe. Aus diesem Grund ist es eine Art freiwilliger Zwang. „Deshalb bin ich mir bewusst, wenn ich weiter vom Schreiben leben will – und das will ich –, muss ich mich darstellen“, beschreibt es Wilpert. Und damit hat sie meinen Zwiespalt, der auch ihrer ist, verstanden.
Das Interview mit Bettina Wilpert finden Sie hier
1. Oktober 2025
Etwas Marketing muss sein!
Visitenkarten - mit solchen habe ich mich bisher nicht viel beschäftigt. Zuletzt war es hinsichtlich der höfliche Übergabe von diesen in Japan, die immer mit zwei Händen erfolgen sollte. Dennoch habe ich mir eine eigene drucken lassen. Warum?
Bei meinem Training im Fitnessstudio höre ich oft Podcasts (schon allein, weil die Musik dort nicht meinen Vorlieben entspricht). Einer von diesen ist "Schreibzeug", in dem die Autorin Diana Hildebrandt und der Buchkritiker Wolfgang Tischer über verschiedene Aspekte des Schreibens sprechen. Der Podcast ist unterhaltsam und informativ, weil beide unterschiedlich auf das Thema "Buch" sehen. Einer ihrer Folgen dreht sich um Marketing und die Autorin erzählt davon, dass sie sich Visitenkarten mit QR-Code habe drucken lassen. Mir gefiel diese Idee sehr. Persönlich gehe ich gerne ins Gespräch mit Mitmenschen. Bei guten Unterhaltungen erwähne ich dabei, dass ich schreibe. Ausführlich über die unterschiedlichen Aspekte meiner Bücher zu sprechen, sprengt normalerweise allerdings den Rahmen - auch zeitlich. Dabei sollen mir nun meine eigenen Visitenkarten helfen. Ich kann einige immer griffbereit dabei haben, mit QR-Code, den man mit dem eigenen Smartphone unkompliziert scannen kann und der auf diese Homepage führt. Hier bekommt man dann einen Überblick zu mir und zu meinen Büchern, einschließlich Informationen, wo es meine Bücher zu kaufen gibt. Daneben braucht eine Visitenkarte nicht viel Platz in der Tasche. Und mit einem Preis von 6,4 Cent pro Karte übernehme ich mich finanziell nicht.
Eine nette, kleine Idee, die ich nur weiter empfehlen kann.
PS Meine pelzigen Mitbewohner finden sie auch interessant.
Quelle: KI-generiertes Bild mit "KI Bild erstellen Generator | Ohne Anmeldung & Kostenlos"
28. September 2025
Nur etwa 6 Prozent!
Vor etwa zwei Wochen las ich einen Artikel -vermutlich in der "Zeit" oder der "Süddeutschen Zeitung" - über Autoren. Dort hieß es, dass nur etwa 6 Prozent von diesen tatsächlich von ihrer Leidenschaft allein leben können. Eine kurze Internetsuche ergab sogar, dass es eher zu hoch als zu niedrig geschätzt ist. Das ist wenig, weit weniger als ich erwartet hätte.
Auch ich gehöre zu denjenigen, die es sich nicht leisten können. Ich möchte nicht sagen, dass ich zu den Unglücklichen gehöre, denn dann würde ich mein Leben verzehren. Natürlich gibt es Phasen, in denen es mich nervt, mich nicht auf das Schreiben vollständig konzentrieren zu können. Letzte Woche war es mir sogar ganz unmöglich, obwohl ich kurz zuvor meinen Terminplan frei von allen Verpflichtungen am Wochenende gemacht habe, um einige Absätze von einem neuen Werk zu schreiben - nur um dann eine Woche krank zu sein. Ab morgen beginnt dann wieder der Alltag, in dem ich mich wieder arrangieren muss, wie ich schreiben kann.
Gleichzeitig möchte ich mich meinem Brotjob nicht entsagen. Ich liebe meine Arbeit ebenso, muss mich morgens nicht zur Arbeit zwingen, sondern freue mich in der Regel darauf. Zudem sollte ich nicht verschweigen, dass drei meiner bisherigen sechs Bücher ihre Inspiration in meinem Berufsleben fanden - vor allem mein Insekten-/Spinnenbuch "Klein, aber gemein!" Ich möchte es nicht missen.
Und falls Sie sich wundern über das Rosenbild: Mein Roman (vermutlich mehr als ein Teil) soll Anspielungen auf Rosen/Pflanzen haben. Zudem liegt die Inspiration wieder in einem Gespräch im Zuge meiner Arbeit.
PS Wussten Sie übrigens, dass es natürlich gewachsene, grüne Rosen gibt?!
6. September 2025
Mittlerweile mehr als eine Hand voll Bücher! Nachdem ich erst in den 2010er Jahre angefangen habe zu schreiben und erst 2020 mein erstes Buch veröffentlicht habe, bin ich nun mehr als glücklich, so viele Bücher mit meinem Namen zu besitzen. Die Diversität gefällt mir ebenso und ich hätte sie mir nie zugetraut. Jeden Tag, wenn ich auf meine Bücher sehe, bin ich stolz.
2. September 2025
Neues Buch: "Im Schatten ihrer Schwester"
Passend zum 80. Jahrestag vom Ende des Zweiten Weltkriegs weltweit (2.9.1945; in Europa war er schon im Mai 1945!) habe ich diesen historischen Roman über Anne Franks Schwester veröffentlicht. Geschichtlich authentisch gibt er einen Einblick in dessen Leben und Leiden - und auch Liebe. In einem umfangreichen Anhang beleuchte ich das Leben von Margot Frank, ihren Mitmenschen und ihrer Zeit genauer.
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